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10.11.2005

Frank Busemann: "Für uns Jüngere sollte Krebsvorsorge selbstverständlich werden!"

Der ehemalige Spitzenathlet über das Leben nach der Sportler-Karriere, sein neues Buch und sein Engagement in Sachen Gesundheit

Frank Busemann

Junioren-Weltmeister über 110 m Hürden, Olympisches Silber in Atlanta und Sportler des Jahres 1996, Bronze bei der Weltmeisterschaft 1997 in Athen: Frank Busemann (30) kann auf eine außergewöhnliche Karriere als Zehnkämpfer zurückblicken. Zahlreiche Verletzungen und gesundheitliche Rückschläge zwangen ihn vor zwei Jahren zu einem frühen Abschied vom Leistungssport.

„Mein Lebensziel von einer Goldmedaille habe ich zwar nicht erreicht, aber ich konnte trotzdem mit einem guten Gefühl aufhören, weil ich weiß, dass ich immer alles gegeben habe und inzwischen erkannt habe, dass es nicht entscheidend ist, ob man Erster oder Dritter ist. Wichtig ist nur, was man aus seinem Leben macht“, sagt der Sympathie-Träger aus dem Ruhrpott und beweist, dass er auch außerhalb der Sportarenen diverse Disziplinen beherrscht. Gerade hat er auf der Frankfurter Buchmesse sein neues Buch vorgestellt. In „Zehnkampf-Power für Manager“ (Gabler Verlag) zeigt Busemann erstaunliche Parallelen zwischen Spitzensport und Management. „Zielstrebigkeit, Mut und Leidenschaft und die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen, ja aus Krisen stark zu werden, sind Eigenschaften, die man am Schreibtisch genau so braucht wie auf der Aschebahn.“ Nach seiner Biografie („Aufgeben gilt nicht“, 2003) ist dies bereits der zweite Auftritt als Autor für den gelernten Bankkaufmann, Sportberichterstatter von den Olympischen Spielen in Athen 2004 und Studenten der Wirtschaftwissenschaften.

Dem Sport gewinnt der ehemalige Spitzenathlet inzwischen ganz neue Seiten ab. Er läuft Marathon „auf absolutem Freizeitlevel – nur zum Spaß und für die Gesundheit“ und macht sich als Fitness-Botschafter des Deutschen Sportbundes für den Gesundheitssport in den Vereinen stark. Doch Frank Busemann will nicht nur Sportmuffel bewegen, sondern auch männliche Gesundheitsmuffel wachrütteln. Gemeinsam mit Deutschlands Urologen und zahlreichen anderen Prominenten engagiert er sich für mehr Gesundheitsbewusstsein der Männer und eine größere Bereitschaft zur Krebsvorsorge. Bisher nutzen lediglich 15 bis 20 Prozent der Männer die Früherkennungsuntersuchungen. „Als Leistungssportler mit großem Verletzungspech war für mich jeder Arztbesuch negativ besetzt“, erinnert sich der 30-Jährige. „Heute sehe ich das anders. Das Leben ist so schön, dass ich alles unternehmen werde, um es zu erhalten. Krebsvorsorge gehört dazu und sollte für uns jüngere Männer selbstverständlich werden!“

Das Prostatakarzinom ist mit jährlich rund 40 000 Neuerkrankungen bereits die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Jedes Jahr sterben mehr als 11.000 Männer an diesem Krebs, obwohl die Heilungsrate bei Früherkennung bei 80 bis 90 Prozent liegt. Frank Busemann will diese Chance nutzen. „Wegen einer Erkrankung in der Familie werde ich den Besuch beim Urologen nicht erst ab 45, sondern bereits im nächsten Jahr antreten“, sagt er und überzeugt damit auch in der Disziplin „Vorsorge“. Denn in der Tat empfehlen Urologen allen Männern, dessen nähere männliche Verwandtschaft ein Prostatakarzinom hat oder hatte, sicherheitshalber einen frühzeitigen Informationsbesuch bei einem Facharzt für Urologie.