Kongressnachlese: Dresden empfiehlt sich!

61. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.
Rekordverdächtige 7036 Teilnehmer kamen zur DGU-Kongress-Premiere vom 16. bis 19. September nach Dresden. Ihnen präsentierte sich „Elbflorenz“ in schönster sommerlicher Atmosphäre. Einmalige Kultur, malerisch im Elbtal gelegen, und freundliche Dresdner begeisterten die zahlreichen Gäste aus 57 Nationen der Welt.

Doch nicht nur Dresdens Sehenswürdigkeiten sorgten für einen besonderen Kongress. Die DGU-Jahrestagung in der Messe Dresden stand unter dem Motto „Urologie im Wandel“ und war reich an Höhepunkten. Genannt sei hier die offizielle Eröffnungsveranstaltung mit drei prominenten Gästen. Der sächsische Ministerpräsident, Stanislaw Tillich, würdigte in seinem Grußwort das Engagement von Kongresspräsident Professor Manfred Wirth, der den bisher größten Mediziner-Kongress in Sachsens Landeshauptstadt geholt hatte. In der Tat hatte sich Professor Wirth im Vorfeld für den Ausbau der Messe Dresden eingesetzt und ermöglichte damit, 20 Jahre nach dem Mauerfall, zum ersten Mal eine Jahrestagung der Urologen in den neuen Bundesländern.

Detlef Sittel, Zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, bezeichnete die Urologen-Tagung als große Ehre für Dresden, mit der das neue Tagungszentrum, "Börse Dresden“, seine Feuertaufe bestehe. Zahnarzt und Ex-FIFA-Schiedsrichter Dr. Markus Merk schließlich gab in seiner ebenso unterhaltsamen wie pointierten Festrede den symbolischen Anpfiff für einen spannenden Kongress, denn auch die inhaltlichen Highlights waren zahlreich.

Schließlich hatte selten zuvor ein „urologisches Jahr“ so viele Neuigkeiten hervorgebracht, und das spiegelte sich sowohl im wissenschaftlichen Programm wie auch bei den sehr gut besuchten Presseveranstaltungen. So wurde die neue interdisziplinäre S3-Prostatakarzinom-Leitlinie nicht nur unter den Experten diskutiert, sondern unter Beteiligung der involvierten Fachgesellschaften und Patientenvertreter in einer gesonderten Pressekonferenz ebenfalls der Fach- und Laienpresse vorgestellt. Auch die neue S3-Leitlinie zur unkomplizierten Harnwegsinfektion fand, wie die anderen Themen der DGU-Eröffnungs-Pressekonferenz, ihren Platz in der Berichterstattung.


Die Programm-Kommission hatte sich aber auch vor heißen Eisen nicht gescheut und setzte die Debatte um die richtige Deutung der Ergebnisse der randomisierten Studien zum PSA-Screening aus Europa und den USA auf dem Kongress fort. Unter anderen diskutierten Generalsekretär Professor Dr. Michael Stöckle und PSA-Kritiker PD Dr. rer. nat. Hans-Hermann Dubben das Thema in einer Aktuellen Stunde und sorgten für Menschtrauben vor dem überfüllten Saal. Das schlagzeilenkräftige Forum „Der gekaufte/verkaufte Patient“ füllte dank Bild- und Tonübertragung gleich zwei Säle und initiierte im Anschluss ein lebhaftes Pressegespräch.

Außerordentliche Betriebsamkeit herrschte gleichfalls auf der Industrieausstellung mit rund 150 Firmen, von denen viele wieder einmal zum DGU-Kongress neue Stände präsentierten. Dass die Ausstellung räumlich noch nie so gut integriert war wie auf dieser Jahrestagung belegen zahlreiche O-Töne der Aussteller. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt der Kompaktheit der Messe Dresden, die bei den Teilnehmern nach kurzer Orientierungsphase mit fußfreundlich kurzen Wegen und ihrer einmaligen Mischung aus Funktionalität und der architektonischen Besonderheit eines historischen Schlachthofs punktete.

Angesichts der besagt großen Teilnehmerzahl - auch dem integrierten Pflegekongress für die urologischen Assistenz-und Pflegeberufe gelang es, seine Besucherzahl mit 900 Teilnehmern noch einmal zu steigern – und eines reibungslosen organisatorischen Ablaufs konnten sich der Tagungs-Präsident, das Dresdner Kongress-Team und Veranstalter Interplan rückblickend über eine rundum gelungene Kongress-Premiere in Dresden und viele begeisterte Stimmen freuen.
Personalien sind natürlich auch von der Dresdner Jahrestagung zu vermelden: So wurde auf der Mitgliederversammlung am Kongress-Donnerstag der Mannheimer Ordinarius und Direktor der urologischen Universitätsklinik, Professor Dr. Maurice Stephan Michel (39) mit großer Mehrheit in den Vorstand gewählt. Professor Michel übernimmt dort das Ressort Fort- und Weiterbildung, in dessen Zuständigkeitsbereich auch die Aktivitäten der Akademie der Deutschen Urologen fallen. Der Mannheimer Urologe wurde darüber hinaus auch zum Vorsitzenden des Akademiedirektoriums gewählt und leitet damit unmittelbar das operative Geschäft der Akademie. In beiden Funktionen folgt er dem Tübinger Urologie-Professor Arnulf Stenzl, der nicht wieder kandierte.
Professor Dr. med. Dr. h.c. Stefan C. Müller, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie im Universitätsklinikum Bonn, wurde, ebenfalls mit großer Mehrheit, zum zweiten Vize-Präsidenten der DGU gewählt.
Schatzmeister Professor Dr. Helmut Haas aus Heppenheim und der Leiter des Vorstands-Ressorts Wissenschaft und Praxis, Professor Dr. Jan Fichtner aus Oberhausen, wurden jeweils für eine letzte zweijährige Amtszeit wiedergewählt.
Im Rahmen der Ehrungen und Preisverleihungen wurde Professor Dr. Fritz Schröder aus Rotterdam auf dem Festabend mit der höchsten Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., der Maximilian Nitze-Medaille, geehrt.
Professor Dr. Rainer M. Kuntz aus Berlin erhielt den Ritter von Frisch-Preis.

Die traditionelle Amtsübergabe im Schlussforum, in dem unter anderem auf die große Bedeutung der urologischen Forschung und ihre zahlreichen neuen Struktur-Förderungsmaßnahmen wie das Forschungsstipendium hingewiesen wurde, beendete den 61. DGU-Kongress. Professor Dr. med. Dr. h.c. Manfred Wirth, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden übergab das Amt des DGU-Präsidenten für die Amtsperiode 2009/2010 an den bisherigen DGU-Vizepräsidenten, Professor Dr. Wolfgang Weidner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie am Universitätsklinikum Gießen.
Professor Dr. Joachim Steffens, Chefarzt der Urologischen Abteilung im St. Antonius-Hospital Eschweiler rückt damit zum ersten Vizepräsidenten der Fachgesellschaft auf.
In seiner Funktion als neuer Präsident übernimmt Professor Dr. Weidner die Präsidentschaft des 62. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. vom 22. bis 25. September 2010 in Düsseldorf und lud zum Ende des Abschlussforums herzlich in die bewährte Kongress-Stadt am Rhein ein.
Nach der Premiere in Sachsens Landeshauptstadt aber ist sicher: Die Riege der DGU-Kongressorte ist größer geworden. Dresden hat sich mit der 61. Jahrestagung der Urologen in den Augen vieler Teilnehmer empfohlen und ist in die Champions-League deutscher Veranstaltungsorte aufgestiegen.

